Forderungen7 Min. Lesezeit

Offene Posten und Mahnwesen: Forderungen im Griff

Offene Forderungen sind erarbeitetes Geld, das noch nicht auf dem Konto ist. Wer sie im Griff haben will, braucht die Altersstruktur auf einen Blick — und ein Mahnwesen, das nur echte Säumige trifft.

Offene Forderungen sind das Betriebskapital, das schon erarbeitet, aber noch nicht auf dem Konto ist. In vielen Betrieben werden sie erst im Jahresabschluss sichtbar — dann ist es für eine freundliche Erinnerung längst zu spät. Wer Forderungen im Griff haben will, braucht zwei Dinge: den jederzeitigen Überblick, wer wie lange überfällig ist, und einen Prozess, der säumige Kunden erinnert, ohne die pünktlichen zu verärgern.

Die Altersstruktur: die richtige Frage stellen

Eine OPOS-Liste mit hunderten Zeilen beantwortet die falsche Frage. Die richtige lautet nicht „Was ist alles offen?“, sondern „Wo brennt es?“. Die Altersstruktur — auch Aging genannt — beantwortet genau das, indem sie jeden Posten nach seiner tatsächlichen Überfälligkeit einsortiert.

  • Jeder Posten trägt sein echtes Fälligkeitsdatum — aus den Zahlungsbedingungen oder direkt aus dem DATEV-Bestand, nicht als Näherung über das Belegdatum.
  • Automatische Buckets: noch nicht fällig, fällig, 30, 60, 90+ Tage überfällig.
  • Debitoren und Kreditoren in derselben Systematik — Forderungen wie Verbindlichkeiten.

Jede Summe lässt sich bis zum einzelnen Posten aufklappen. Wer im 90-Tage-Bucket steht, ist ein Fall fürs Telefonat, nicht für die nächste Excel-Runde.

Für die Beratung ist die Altersstruktur Gold wert: Sie zeigt einem Mandanten sein Liquiditätsrisiko, bevor es im Jahresabschluss zur Fußnote wird — und liefert den Gesprächsanlass gleich mit.

Auszifferung: die Liste, die sich selbst pflegt

Der Grund, warum OPOS-Listen scheitern, ist selten der erste Abgleich — es ist die Dauerpflege. Zahlungen kommen täglich, Listen veralten wöchentlich. Die Auszifferung dreht das um, indem Zahlungsströme und Posten sich automatisch finden.

  1. 1
    Zahlung trifft ein

    Der Kontoumsatz aus dem angebundenen Banking wird gegen die offenen Posten abgeglichen — nach Betrag, Gegenpartei und Referenz.

  2. 2
    Posten schließt sich

    Passt der Treffer, gilt der Posten als ausgeglichen. Der Ausgleich wird an die zugehörige Buchung zurückgeschrieben — OPOS-Liste und Buchhaltung erzählen dieselbe Geschichte.

  3. 3
    Rest im Stapel

    Für Sammelüberweisungen, Teilzahlungen und Sonderfälle gibt es Stapel-Operationen: mehrere Posten markieren, gemeinsam ausgleichen oder exportieren.

Das Zusammenspiel mit dem Mahnwesen

Hier greifen zwei Module ineinander. Die OPOS-Ansicht zeigt, wer überfällig ist; das Mahnwesen der Faktura kümmert sich um die Eskalation. Entscheidend ist die automatische Auszifferung dazwischen: Weil bezahlte Forderungen sofort aus den offenen Posten verschwinden, mahnt die Faktura nur noch, wer wirklich nicht bezahlt hat. Wer schon überwiesen hat, bekommt keine Mahnung — jene Peinlichkeit, an der getrennte Systeme regelmäßig scheitern, entfällt.

Hinterlegen Sie je Mandant feste Empfänger für die OPOS-Liste. Dann geht die Fälligkeitsübersicht monatlich automatisch raus — und das Forderungsmanagement wird vom Feuerwehreinsatz zur Routine.

Nachvollziehbar bleiben

Frühere OPOS-Listen bleiben archiviert, jede Änderung ist protokolliert. Der Stand von vor drei Monaten lässt sich damit jederzeit belegen — für die interne Nachvollziehbarkeit ebenso wie im Gespräch mit dem Mandanten.

So wird aus einer statischen Liste ein lebendiges Forderungsmanagement: Alterung auf einen Blick, Auszifferung im Hintergrund, Mahnwesen nur bei echten Säumigen. Wie Altersanalyse, Auszifferung und automatischer Versand im Detail funktionieren, zeigt die Modulseite.

Passend dazu: OPOS
Offene Posten für Debitoren und Kreditoren — mit Fälligkeitsanalyse auf Knopfdruck.
Ansehen
14 Tage kostenlos

Bereit, den Kreislauf zu schließen?

Testen Sie acourse 14 Tage kostenlos. Keine Kreditkarte, monatlich kündbar.